Bina Mira im Hambi

Es ist düster draußen, windig, kalt. Dennoch haben Bina Mira Workshopleiter aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, Rumänien und Deutschland die spontane Idee einer Führung am Hambacher Wald aufgegriffen. Zwar sind die Tage schon gut mit Programm gefüllt. Doch das Thema Klimawandel passt einfach sehr gut zum diesjährigen Motto Justice – Gerechtigkeit. Waldführer Michael Zobel hat kurzerhand seine Termine umgeschichtet: “Diese Führung möchte ich unbedingt machen!“

Und so macht sich die Gruppe auf den Weg – zum Aussichtspunkt TerraNova, von dem aus man einen guten Blick in das gigantische Loch hat – den Tagebau Hambach, den größten in Betrieb befindlichen Braunkohletagebau Deutschlands.

Anschließend geht es in das Dorf Manheim. Viel ist nicht mehr davon übrig. Fast alle Häuser sind verlassen, die Fenster mit Brettern vernagelt. Sehr viele Gebäude sind schon abgerissen. Schutthalden und planierte Flächen sind dort, wo früher Häuser standen. Zurzeit wird alles rings um die Kirche plattgemacht. Man braucht den Platz, damit auch diese dem Erdboden gleichgemacht werden kann. Im Mai wurde St. Albanus und Leonhardus „profaniert“ – also entweiht.

Zum Abschluss besucht die Gruppe den Hambacher Wald – oder – auch hier muss man dagen – die kläglichen Reste. Denn 90% des Waldes sind schon gerodet, der verbleibende Rest wird hartnäckig verteidigt. Von einem der rund 60 Baumhäuser, die nach der letzten Räumung wieder gebaut worden sind, seilts ich eine Waldbewohnerin ab und beantwortet bereitwillig Fragen.