Bina Mira 2008

Festival 2008 in Tuzla

Das 1. Europäisches Friedenstheaterfestival Bina Mira – Bühne des Friedens 2008 fand in Tuzla in der Zeit vom 39. bis 31. August 2008 statt.
Der Eröffnungstag, der 30. August 2008, war zunächst geprägt von der Eröffnungsrede und Interviews mit Kameraaufzeichnungen durch die örtlichen Fernsehanstalten.

Die Schülertheatergruppe der Schule Novi Grad zeigt in ihrem Stück „An der Grenze – Durch den Spiegel“ die dunkle und die helle Welt.
Die Schultheatergruppe „Alfonsinea“ aus Italien zeigt parallel hierzu auf einer Leinwand Aufzeichnungen eines Theaterstückes, in dem die Suche, das Verstecken und das Entdecken des Anderen in Schwarz-Weiß-Elementen zum Ausdruck kommt.

Anschließend zeigt die „Skola Mira – Friedensschule“ von Pax Christi aus Derventa / Nordostbosnien den Film eines Straßentheaterprojektes mit multiethnischer Besetzung. Kalle, der in Bosnien wie auch in Deutschland zu Hause ist, plagen Angst, Zweifel und Perspektivlosigkeit. In der Sehnsucht nach Freiheit, Zukunft und Arbeit erlebt er die Grenzen der Hoffnungslosigkeit und die Versuchung, mit Alkohol und Gewalt dagegen anzugehen. In dem Moment, in dem sein Leben den Tiefpunkt erreicht hat, tauchen Hoffnung und Liebe auf. Dieses Theaterstück entstand aufgrund von Ideen und Erfahrungen der Teilnehmer aus Bosnien und Deutschland.

Am zweiten Tag hat die Aachener Theatergruppe „rohestheater“ mit ihrem Stück „Warte auf Godot“, das sich an der Vorlage von Samuel Beckett orientiert, ihren Auftritt.
Wladimir und Estragon leben auf einem mit Bibel- und Korantexten beklebtem Floß, das seinen Sinn zu schwimmen verloren zu haben scheint. Pozo und Lucky sind neben dem Boten Godots und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ und dem Chor die weiteren Spielfiguren. Mehr braucht man nicht für die Darstellung der religiösen Tragikomödie des Menschen.

 

Aufführung „Warte auf Godot!“ im „Teatar Kabare“ in Tuzla

Der Titel beinhaltet sowohl das englische Wort „God“ als auch das deutsche Wort „Tod“. „God“ steht für die menschliche Sinnfrage, der „Tod“ für die Existenzfrage. Von diesen beiden Grundfragen kommt auch der moderne Mensch, kommen Wladimir und Estragon, trotz der Auflösung religiös-kultureller Bindungen nicht los.

In der Inszenierung leben beide auf einem mit Bibel- und Koranseiten beklebten, auf Rindenmulch gestrandeten Floß, das seinen Sinn, zu „schwimmen“, verloren zu haben scheint. Pozzo und Lucky sind neben dem Boten Godots und dem Baum – ein verkümmerter „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ (Gen. 2,17) und in dem Stück der Chor- die weiteren Spielfiguren. Man
wird sehen, mehr braucht es nicht für die Darstellung der religiösen Tragikomödie des Menschen.

Schauspieler: Max Anstötz, Jana Baldus, Marc Bannholzer, Zarah Beigi, Eninam Bitadi, Thomas Grief, Gerhard Gumprecht, Nico Jansen, Michelle Lutzebäck, Nora Meinicke, Felix Möllenbrink, Pascal Nevelz, Oliver Plum, Sebastian Prokop, Saskia Requard, Nikolas Rosenstock, Erman Savi, Stefan Schilling, Timo Schmitz, Max Steinmeier, Dirk Thal

Technik: Jorrit Barluschke, Katharina Baum, Torben Blomel, Stefan Gühsgen, Malte Jakob, Niklas Leisten, Wilfried Schumacher,
Martin van der Mühlen

Regieassistenz: Nils Kaletsch, Iwen Kobow

 

Pressebericht:

Aachener Zeitung 2008